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Mutzi rastet aus

18. März 2012

Warnhinweis vor dem Warnhinweis:

Es folgt ein höchst subjektiver, stark übertriebener kleiner Anfall, weil ich was gelesen habe, das mir nicht gefällt. Alle sind supi.
Ausser: der Verlag, der die Leseprobe falsch gesetzt hat. Lyrik. Ich werd nich mehr.

Warnhinweis: Sie erinnern sich vielleicht, die Mutzi, die hat Lesen studiert. Am allerbesten kann sie ungarisch und deutsch lesen. Das zusammen, so findet die Mutzi, fügt sich zu einer gewissen Kompetenz, die, so die Mutzi, sie befähigt, die Qualität von Übersetzungen zu beurteilen.

Da gerade eben der/die/das Perlentaucher-Feed im Bücherschau des Tages unter „Schreckliche Schönheit“ zwei Leuchttürme der ungarischen Literatur der Mutzi vor die Nase hielt, wurde die Mutzi höchst aufmerksam. Das war um halb elf. Halb elf ist keine besonders gute Uhrzeit für sowas, stelle ich fest.

Worum es geht: Es geht um zwei Übersetzungen aus dem Ungarischen ins Deutsche, die Irma Rakusa in der NZZ dem geneigten Leser ans Herz legt. Die Mutzi hat zu diesen auch eine Meinung. Erstens: Die von Christina Virágh übersetzten Parallelgeschichten können Sie lesen, die sind auch deutsch toll. Zweitens: die von Wilhelm Droste ins Deutsche übersetzten Gedichte von Ady Endre – hier hört der Spaß auf.

Bevor sie weiterlesen:
1.: Oh bitte, verstehen Sie mich nicht falsch, selbstverständlich fühle ich mich, mikriger kleiner osteuropäischer Wurm höchst geehrt, wenn man die ungarische Literatur auch nur zur Kenntnis nimmt im schönen Westen. Aber sicher. Aber klar. Sowieso. Lächle doch mal. Du willst es doch auch.
2.: Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, natürlich will ich nicht, dass Sie wen ermorden. Auf gar keinen Fall sollen Sie sich strafbar machen. Bitte unterlassen Sie Straftaten jedweder Art.

Jetzt, wo wir das alles so schön geklärt haben (Achtung Metapher!):

Bringt mir den Kopf von Wilhelm Droste.

Oder, wahlweise: bringt ihm bitte, behutsam oder nicht, mir egal, Versmaß bei. Und anschließend, wenn noch Zeit ist, sagt ihm bitte schön, dass diese elende, bürgerlich-biedere Vorstellung vom „Lebemann“ ob nun mit Syphilis oder ohne, einfach nicht genug ist für Lyrik, in der kein „Mann von Welt“ lebt, sondern ein Tier, geboren an einem Ort, wo es für Scham und hübsch zivilisierte Kunscht im Sommer einfach zu warm ist. Mann, kotzt mich das an.

Hoppla!

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