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Wie kann man nur

23. August 2011

Wenn irgendwelche wildfremden Leute mir auf offener Straße ungebeten auf das Kind, das ich mit mir rumtrage, ansprechen, kann ich das inzwischen ab. Ob das Kind denn Luft bekommt, ob es nicht fürchterlich schlecht ist für die Wirbelsäule, ob ich es nicht fürchterlich verwöhne mit der ganzen Rumtragerei. Es reizt mich immernoch stark, die Frage ob es atmet, das Kind, mit „ich hoffe nicht“ zu beantworten. Dann rufen aber Leute vermutlich das Jugendamt. Oder das Jugendgesundheitsamt. Oder gleich die Vogonenflotte.

Wenn aber irgendwelche wildfremden Leute mit großem Kopfschütteln auf mich zukommen und laut genug reden, dass ich weiss, sie reden und mich dabei direkt ansehen, damit ich weiss, sie reden über mich, das kann ich ganz schlecht ab. Ich darf mir dann nämlich den halben Tag überlegen, was der Wildfremden nicht gepasst hat. Ich habe sie sogar gefragt. Dann hat sie sich umgedreht, murmelte mir wieder was zu, mir Schwachsinnigen, der man alles zweimal zumurmeln muss und dann versteht sie immernoch nicht. Dann ist sie weggegangen und hat mich alleingelassen mit der Aufgabe, herauszufinden, was ich falsch gemacht habe in meinem Leben.

Mein Hund war an der Leine und mal nicht damit befasst, den Park bis zum Rand vollzuscheißen. Dann habe ich beim Kind nachgesehen, das war richtigrum (Kopf nach oben) im Trageteil. Es war sogar ein Trageteil, das Leute, die einem nicht wirklich zutrauen wollen, ein Tragetuch zu binden, bisher immer akzeptiert haben. Das Kind hing beidseits unten mit jeweils einem Fuß aus dem Trageteil, Socken vorhanden. Oben schaute der Kopf raus, samt Mütze. Ich hatte Schuhe an und auch daran, eine Hose anzuziehen, hatte ich gedacht. Kein Spinat zwischen den Zähnen.

Es bleibt nur: Wie kann man nur mit Kind und Hund bei 25 Grad, mit Schuhen an, bei leichtem Nieselregen auf dem Weg nach Hause sein. Und dann noch durch den Park.


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