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25.5 – Ein Nachtrag zu 25

15. November 2010

Mein Unbehagen daran, Beschreibungen meiner Person zuzuhören, habe ich bereits dargelegt. Das ganze auch noch mittels Figuren aus Büchern abzuwickeln macht dann auch keinen großen Unterschied mehr, trotzdem kann es mich mehr nerven als normal. Mir wurden im Eifer des Gefechts schon einige Male solche Namen an den Kopf geworfen und ich muss sagen, mir hat es gereicht, ich kann es nicht mehr hören.  Ich denke, es liegt an der Wahl der Waffen. Anmaßende Aussagen auch noch mit Büchern zu würzen, die ich mag, sowas macht man doch nur, um mich zu foppen.

Nicht ganz. Mann macht es auch, um mir oder aber auch sich zu  schmeicheln. Oder eben als Versuch, richtig beleidigend zu werden. Wenn es darum geht, wie Germanisten das  so machen, das Schmeicheln und das Beleidigen, dann hatte die Mutzi schon viele Namen.

Wütende, da sitzengelassene, Germanisten mit unzureichender Kenntnis des Werks brüllen gerne mal : Lulu (F. Wedekind).
Gemeint ist: “ Schlampe, dreckige“.

Lolita (V. Nabokov) ist die Kurzfassung von „ich könnte dein Vater sein“, wobei „könnte“ meistens „rechnerisch möglich“ meint und das Ganze halb so heiß gegessen wird, sobald alle über 18 sind.
Dabei sei noch angemerkt, dass Lolita eines dieser Bücher ist, die nur Leute verrucht finden, die es nicht gelesen haben. Wer es weiterhin besonders verrucht finden möchte, möge davon Abstand nehmen das Buch jemals zu lesen. Es ist ein großartiges Buch, Text gewordener Verfolgungswahn, ganz großes Kino, aber die nackten Mädchen gibt es woanders.

Der absolute Höhepunkt meiner diesbezüglichen Karriere kommt von Goethe. Faust, der Tragödie zweiter Teil: „Jungfrau, Mutter, Königin“. Ich weiß mit einer nicht zu erschütternder Gewissheit, dass das todernst gemeint und einem Anfall überbordender platonischer Zuneigung geschuldet war.
Dennoch. Jungfrau, Mutter, Königin? Icke?

Ja, selbstverständlich, jedoch nicht bevor meine Forderungen erfüllt sind.Wenn schon Jungfrau, Mutter, Königin, dann aber streng nach Vorschrift, also ausschließlich in Anwesenheit von „Heiligen Anachoreten gebirgauf verteilt, gelagert zwischen Klüften.“

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