Posts Tagged ‘Mief’

Lauernder Puma, listiger Waschbär

15. Februar 2010

Manche Gerüche lieben Wäsche so sehr, dass sie am liebsten für immer bleiben würden. Rosendüfte sind oft stärker als das Waschmittel. Damit lässt es sich leben.  Lagerfeuerrauch ist hartnäckig, lässt sich jedoch mit großzügig dosiertem Waschpulver bezwingen. Der Puma dagegen ist nicht nur hartnäckig, der Puma ist raffiniert, hinterhältig obendrein, er lauert tief in der Faser, wird eins mit seiner Umgebung und wartet auf seine Chance.

Riecht ihre Wäsche vor dem Waschen eindeutig  nach Puma, wird es möglicherweise auch nach dem Waschen nach Puma riechen,  kaum wahrnehmbar. Zur Kontrolle stecken Sie die Nase in das pumagefährdete Areal des noch nassen Kleidungsstücks.  Wäsche mit Pumaverdacht gnadenlos aussortieren.  Wenn Sie sich vom Puma übers Ohr hauen lassen wollen, bitte.  Sie werden sehen, Ihre Kleidung  wird am Ende des Tages nach Puma riechen, wie nie zuvor. Sie werden denken, dass Sie stinken und der Puma hat gewonnen.

Vorab: Sie stinken nicht. Schweiß stinkt nicht. Ihr Schweiß stinkt nicht.  Zumindest nicht sofort. Um nach Puma zu riechen bedarf es Schweiß, etwas Zeit und vieler Bakterien,  die damit beschäftigt sind, den Schweiß zu zersetzen. Diese Bakterien gehören zur natürlichen Flora der Haut.  Sie gehören jedoch nicht zur natürlichen Flora ihrer Kleidung.  Wenn der Geruch die Wäsche überlebt hat, haben auch die fleißigen Bakterien überlebt, tun sich mit denen in der natürlichen Flora zusammen und feiern ihr Überleben mit einem großen Pumafest wie ihn  die Welt noch nicht gesehen hat.

Was wir umbringen wollen besteht aus Eiweiß.  Nichts bringt Eiweiß verlässlicher um als Hitze.“Heiß Waschen“ meint eine Maschinenwäsche ab 60 Grad aufwärts. Auch die in Vollwaschmitteln enthaltene Bleiche mordet Eiweiß sehr erfolgreich, auch bei 40 Grad.  Buntwäsche, auch Baumwolle, die einiges mehr aushalten würde, waschen wir zur Schonung von Farbe, Gewässern und Ressourcen bei 40 Grad und mit Waschmittel für Buntes. Diese Behandlung macht den ausgewachsenen Puma lediglich scheintot. Deshalb wohnt er auch am liebsten in dunkler Baumwolle, die ist schön saugfähig, ein gutes Versteck, wird aber schonend gewaschen.  Mehr Waschmittel hilft nicht. Essig ringt dem Puma nur ein müdes lächeln ab und stinkt beinah genauso übel.  Gegen den in der Wäsche lauernden Puma hilft Soda.

Soda ist Ihr bester Freund.
Waschsoda in ordentlich warmem Wasser auflösen, Pumawäsche und Puma-Verdacht-Wäsche hineingeben. Wenn der Puma Sie wütend gemacht hat, können Sie nun diese Wut an der Wäsche auslassen. Wenn Sie die Wäsche einfach einweichen, ist es auch in Ordnung.  Zehn Minuten reichen meistens, dann wringen Sie die Wäsche aus, schleppen sie zur Waschmaschine und waschen sie wie gewohnt.
Ding dong, der Puma ist tot.

Wie meine Großmutter, weiche ich größere Mengen Wäsche in der Badewanne ein. Hängt man länger über der Wanne gebeugt, weil man die Wäsche wringt, mit dem Puma boxen will oder beim anschließenden Reinigen der Wanne, wird das schnell unbequem. Sollten Sie Kreuzschmerzen bekommen, hier der gute Rat von Hedwig Maria Stuber:
„Viele Hausfrauen klagen über Kreuzschmerzen, ohne zu wissen, woher sie kommen. […] In sehr vielen Fällen fehlt den Frauen aber auch ein gutes Korsett. Man glaubt gar nicht, in wie vielen Fällen Kreuzschmerzen durch ein gutes Mieder behoben werden können.“
(Hedwig Maria Stuber: Ich helf dir Kochen. Reprint der 1. Ausgabe von 1955)


%d Bloggern gefällt das: