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Nicht verzagen, Mutzi fragen: Heilige

11. Februar 2010

Die Waschfrau warnt vor leichtfertigem Reinigen von Heiligen. Nicht alles, was sich reimt, ist gut.

Erwarten Sie bitte nicht zu viel von Heiligen. Der an dem/der Heiligen befestigte Heiligenschein hat selbst zu Lebzeiten der Heiligen nicht zu leuchten. Ausnahmen sind die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes, die haben temporär geleuchtet (Taborlicht). Sollten Sie oder ihre Heiligen auf das Leuchten bestehen, müssen Sie auf eine taubenetzte Wiese zurückgreifen. Sollten Sie oder ihre Heiligen wider Erwarten leuchten, jedoch keine weiteren Beschwerden haben, wenden Sie sich an die für Sie zuständige Diözese, die das Wundernachweisverfahren einleiten kann. Wenden Sie sich nicht direkt an den Vatikan. Prüfen Sie eventuelle Wunderheilkräfte an einer unauffälligen Stelle.

Handelt es sich um eine Heiligenfigur, die nicht leuchtet, jedoch für Ihren Geschmack zu viel Staub angesetzt hat, gibt es einfache Lösungen.
Dennoch: Beschränken Sie das Heiligenreinigen auf einmal pro Jahr, empfohlen wird der Gedenktag des/der Heiligen. Zum Beispiel würde ich meine bevorzugte Heilige, die Hl. Huna, am 15. April behutsam abstauben. Wenn Sie einen inneren Drang verspüren, Nippes mehrmals im Jahr abzustauben, wählen Sie einen der gebotenen Gedenktage, jedoch kein Hochfest (empfohlen: 2. Februar, Mariä Reinigung oder der dritte Samstag nach Pfingsten, Unbeflecktes Herz Mariä) .
Für schwer zugängliche Stellen nehmen Sie einen weichen  Pinsel. Pinsel und Bürsten aus unbehandeltem Ziegenhaar sind ideal: Staub haftet gut an der natürlichen Fettschicht, lässt sich nach dem Pinseln jedoch leicht ausschütteln, die weichen Haare verletzen weder die Oberfläche noch den meist empflindlichen Heiligenschein.  Heilige unter den Wasserhahn zu halten ist pietätslos. Verzichten Sie auf Wasser: Wasser und Staub ergeben Schlamm. Milde Lauge wird erforderlich sein, wenn Sie  Heilige  in der Küche aufbewahren, wo der Staub sich mit fettigen Kochdämpfen verbinden kann. Verwenden Sie eine Sprühflasche, sprühen Sie die Lösung auf ein fusselfreies Tuch, Mikrofasertücher (Sorte „Universal“, nicht die für Glas)  sind gut geeignet.  Heilige nicht direkt ansprühen, Schein aussparen.

Ist der/die Heilige sauber und trocken, wenden Sie sich dem Schein zu. Fettschmutz mit dem feuchten Tuch, Staub mit Pinsel entfernen. Polieren Sie den Schein behutsam mit einem trockenen, weichen Tuch. Für Rillen und andere Muster halten Sie reichlich Wattestäbchen bereit.

Heilige so gut wie neu? Dann ist es Zeit für die spirituelle Nachbehandlung. Kleine Opfergaben sind möglich: Die jungfräuliche Mutter Gottes freut sich über hochwertiges Rosenöl in kleinen Mengen, eine geweihte Kerze ist  immer eine gute Idee. Weihwasser ist eine Möglichkeit, entwenden Sie jedoch für diesen, und auch für keinen anderen, Zweck  bitte nicht das Weihwasser aus der Kirche oder von Friedhöfen. Ihre einzige Option ist ein Wasserbehälter, den Sie  im Osterkorb in die Kirche schmuggeln. Salz nicht vergessen. Ein kirchlich approbiertes Gebet zu Ehren des betreffenden Heiligen ist nicht nur für den Heiligen schön, lassen Sie sich also diese Chance auf Teilablass nicht entgehen.

Vergessen Sie nie: Nichts freut den Heiligen mehr als eine gute Tat.


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