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Keine Angst vor wilden Tieren

29. März 2012

Bevor alle denken, die Mutzi, die rastet ständig nur aus, die sollte das Lesen lieber lassen, ein Buch, das sie mag: Jim von Thomas Lang.
Laut  NZZ ist es „klug, raffiniert, komisch und luzide“, das kann ich nur bestätigen. Es ist all das und dabei auch wirklich, wirklich witzig. Es ist ein großer Spaß, lesen Sie es.
Sie können es selbstverständlich auch lesen, weil Thomas Lang erzählen kann, so rund und ausgeklügelt, dass einem die Germanistenohren in leichtes Schlackern geraten. Oder weil auch Sie keine Angst vor wilden Tieren haben.

Jim (links im Bild) wohnt im Garten von Anna und soll auf Sumatra ausgewildert werden, irgendwann. Jim macht einfach und genügt sich selbst. Anna ebenfalls. Ihrem Mann Frank Opitz dagegen geht es gar nicht gut. Der leidet an sich, an der Welt, an Schmerzen in seiner Hand, die ihn endgültig zum Nichtstun verdammen.
Es kommt aber noch schlimmer: Er liebt seine Frau. Wäre er bloß mit ihr alleine, wären da nicht der Freund Tobias Mundt und eben der Affe Jim, mit denen der arme Frank sich stets messen muss, könnte er die Differenz zwischen seinem Lebensentwurf und der Realität gerade so überbrücken, doch der Welt fehlt es in dieser Hinsicht an Feingefühl.  Mundt ist bergauf gefallen, hat Karriere gemacht, tät gern Anna an die Wäsche gehen und fühlt sich, bis auf die Angst vor schütterem Haar, pudelwohl. Dabei hat der Opitz mit dem Affen schon genug am Hals.

Ob sie wissen, was sie wollen und ob das, was sie wollen, das ist, was sie brauchen, bleibt ein Rätsel. Jim ausgenommen: Der will eine Kiwi und holt sich eine Kiwi. Über all dies ungut verfahrene aneinander Vorbeibegehren herrscht der totale Wohlstand: Manufactum.

Sie ahnen es, von allein wird das nicht besser, irgendwas muss passieren. Tut es auch, es passiert gar manches, gar unerwartet. Was da passiert, erfahren Sie, wenn Sie das Buch für einen Spottpreis von 16,95€ erworben und gelesen haben. Viel Freude damit.


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