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12 – Ein Buch, das du von Freunden/Bekannten/… empfohlen bekommen hast

23. Oktober 2010

Die Bücher, die ich auf Empfehlung gelesen habe sind ohne Zahl. Wenn man sowas mit Büchern studiert, wird man meistens dafür belächelt. Mal mit mehr, mal mit weniger Charme. Die paar Leute, die einen ernst nehmen, selbst wenn sie ihre Sorge, ob und wann man verhungert, nicht ganz verbergen können, die empfehlen einem Bücher. Das ist so schon wunderbar, im Vergleich zu „Aa Ja. Und was macht man dann damit“ ein kleines Wunder.

Die Auswahl wird daher auch diesmal eingeschränkt: auf Bücher, denen ich ohne die Empfehlung nie im Leben begegnet wäre. Sie kommen allesamt von der unbezwingbaren Unterhachingerin. Die hat wohlüberlegt nichts mit Büchern studiert, sondern „was Sie schon immer wollte über Computer wissen“ und liest daher nur zum Spaß.

Jasper Fforde ist eine Klasse für sich. Einfach abgefahren. Seine Bücher stehen in Bücherläden in einer Ecke, dahin verirre ich mich nicht mal. Als ich die bei Hugendubel suchen ging, bin ich erst bei „Romane“ dann bei „Krimi“ gescheitert und landete bei „Fantasy“. Nicht, dass ich keine Bücher lesen habe, die da mal gestanden haben könnten. Aber dass ich versnobter kleiner Waschbär nicht mal tot auch nur in der Nähe vom Fantasy-Regal gefunden werden will, müsste mittlerweile klar sein. Fantasy lesen doch nur Leute mit schwarz gefärbten Haaren vorm Auge. Als ich mit rot gefärbten Haaren vorm Auge den Herr der Ringe las, das war natürlich was ganz anderes.

Stellten Sie sich das mal vor: Wäre sie nicht gewesen, die Unbezwingbare, wäre mir Michael Ende komplett entgangen. Liegt an meinem unglücklichen Erstkontakt mit der Sparte „Jugend- und Kinderbuch“. Für mich waren das lange Zeit entweder Bücher wo Tiere starben oder zumindest aus großer Gefahr entkamen (Bambi, Lassie, Vuk und das andere,  das mit dem Pferd) oder aber Bücher mit einer moralpädagogischen Agenda. Also entweder unerträglich grausam oder dröge. So habe ich sehr viele Bücher, die andere Leute gelesen haben, bevor sie 15 waren, erst sehr viel später oder überhaupt nicht gelesen.

Kitchen von Banana Yosimoto ist ein hauchzartes, melancholisches und witziges Buch. Laut den jubelnden Kritiken auf dem Buchrücken begeistert dieses Buch die „jungen Leute, die der Großstadt verfallen sind und zugleich mit ihrer Anonymität kämpfen“. Die Begeisterung kann ich attestieren. Ich lehne es ab, als „junge Leute“ bezeichnet zu werden. Vermutlich hat diese Einsortierung in die Sparte „gefällt jungen Leuten“ ein anderes Publikum, die unjungen Leute, dieser Leseerfahrung beraubt. Dabei hat dieses Buch eines der besten Ersten Sätze der Weltliteratur:

„Der liebste Platz auf dieser Welt ist mir die Küche“.


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