Oh Mama, can this really be the end

Ich soll mir eine Krabbelgruppe suchen, hat sie gesagt.
Dazu müssen Sie wissen: Ich kann schon laufen.
Damit ich nicht vereinsame, hat sie gesagt.
Dazu wiederum müssen Sie wissen: Ich mag Leute nicht.

Aber vielleicht, man weiß es nicht, mag das kleine gestreifte Kind Leute. Andere Kinder. Andere Mütter. Eine Gruppe von Müttern mit Kindern, also gut, eine Krabbelgruppe, ein Fabelkurs mit Gesprächskreis für Mütter, warum auch nicht.
Man glaubt es kaum, ich habe mich angemeldet, ich bin hingegangen, ich gehe immer wieder hin, jede Woche und  eins kann ich Ihnen jetzt schon sagen: Eines Tages, wenn das gestreifte Kind reif ist für Erziehung mittels Schuldgefühl, werde ich nicht (wie bisher geplant) „Ich habe dich unter Schmerzen geboren!“ brüllen, oh nein, ich werde sagen:
„Ich war mit dir im Fabelkurs und jetzt kusch!“.

Lassen Sie sich das doch mal auf der Zunge zergehen: Fabelkurs mit Gesprächskreis für Mütter.

Zu meiner Verteidigung soll gesagt sein, dass ich falsch informiert, wenn nicht sogar bewusst getäuscht worden bin. Mir wurde ein überheizter Raum mit nackten Säuglingen in Aussicht gestellt weiterhin Beckenbodengymnastik und Reden. All das wurde in meiner allzu lebhaften Phantasie zu einer Art Hexensabbat mit einem angegliederten Swingerclub für Babies.

Denkste Puppe.

„Das Käng – Uuh – Ruh, das Käng – Uuh –  Ruh, das hatt  imm  Somm – mer keine Ruh.“
Es ist Folter.

Das Kind wiederum kann sich begeistern.
Es bleibt dennoch Folter.

Three down,  seven to go.

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11 Antworten to “Oh Mama, can this really be the end”

  1. Lakritze Says:

    Liebe Muttzi, ich könnte jetzt ganz herzlos schreiben: Da mußte durch. Aber schlimmer geht ja bekanntlich immer — zum Beispiel Krabbelgruppen für Hochbegabte. Wo sich die Kinder nicht begeistern. Faustregel: Je begeisterter die Eltern, desto Hölle. Also nur Mut!

    • Mutzi H. Europa Says:

      In die Krabbelgruppe für Hochbegabte bringen ja auch die Kinder ihre Eltern um sie mal kurz von der Backe zu haben. Da müssen die Eltern begeistert sein, damit sie gerne wieder hingehen. Ihre Kinder gehen derweil eine Rauchen.
      Oder stelle ich mir das schon wieder falsch vor?

      Klar muss ich da durch, hilft ja nix. Sie müssen aber wissen: das mit dem Käng-Uuh-Ruh, das singen wir, eine schiefer als die andere. Es ist halt nicht so recht meins. Wie Folter, wissen Sie, das ist halt auch nicht so meins.

      Ich beschwer mich ja nicht, ist ja gut. Allein über das Ausbleiben der nackigen Babies, da hätt ich mich somit offiziell beschwert.

      Nur damit Sie sich das besser vorstellen können (und weil geteiltes Leid doppeltes Leid ist):

      Das Käng-Uuh-Ruh, das im Sommer keih-ne Ruh hat, das:
      Hüppft so auf und nieh – der und tuut das imm – mer wieder. Daa-ann hüppft ess umm die Eck‘ und ist auf einmal Weck.

      • Lakritze Says:

        Gut. Ich sehe ein, bereue (ein bißchen) und leide mit (ordentlich). — Vielleicht mit ungarischen Kinderreimen gegensteuern?

      • Mutzi H. Europa Says:

        Oh, da bringen Sie mich auf Gedanken!
        Die Geschichte von den Vegetarischen Kinderreimen in der Krabbelgruppe im Vergleich zu den Fleischfressenden ungarischen Kinderreimen, das muss noch erzählt werden.

        Sie müssen wissen: das spielerische Aufessen von Kinderfüssen ist voll ok. Mit Wurst hingegen ist nicht zu Spaßen.

  2. Afra Evenaar Says:

    Endlich ein beglaubigter Einblick in das Mysterium Krabbelgruppe. Dank dafür. Und Dank allen Himmeln, dass ich nicht hinmuss.

  3. oachkatz Says:

    Aber Sie sind halt eben aus dem Stoff, aus dem Heldinnen sind. Und deshalb werden Sie durchhalten. Vielleicht gibts ja noch andere Lieder? Mütter, mit denen man eine rauchen gehen kann? Ein müdes Kind, das danach 2 Stunden durchschläft? Warum haben Sie das Kind eigentlich in einen Fabelkurs gebracht und nicht zum PeKiP (ich kenne mich hier mit der Groß- und Kleinschreibung nicht so aus…)?

    • Mutzi H. Europa Says:

      Wenn Sie mich fragen, schreibt sich Nachbars Garten in diesem Fall: PEKiP. Dafür ist das Gestreifte schon zu groß, oder ich habe da was falsch verstanden. Da wird auch mit nackten Babies gelockt. Jetzt mache ich ja erstmal Desensibilisierung im Fabelkurs, dann ist bald Sommer und ich schmeiße es inn Schwimmbecken. Das Kind ist ja grundsätzlich für den Fabelkurs, der schlägt sich eh viel besser als ich. Die Vorteile werden sicher eines Tages aus dem Känguru-Nebel hervortreten.

      Es ist mir vollkommen klar, dass ich falsche Erwartungen an die Krabbelgruppe hatte. Ich wollte nackte Hintern, Gesang und Früchtetee. Dabei ist es voll harte Arbeit, keiner trifft auch nur einen Ton, die Kinder sind nicht nackt. Aber Früchtetee.
      Sie bringen mich aber erst auf den eigentlichen Punkt. Ich fürchte die richtig guten Mütter bringen das Kind in den Fabelkurs UND zu PEKiP.

  4. kormoranflug Says:

    Hey Mutzi, probiere es doch mehr als Kind zu sehen diese „lustigen“ Begebenheiten in Deiner neuen Gruppe.
    Die Kinder haben Spass bei diesen Reimen aber ich hege den Verdacht, die Spassigkeit wird von bestimmten eigenartigen „Super-Muttertieren“ diktiert.
    In Wirklichkeit verstehen Kinder (und ganz bestimmt das gestreifte Kind) auch ganz normale Poesie.

    • Mutzi H. Europa Says:

      Da hast Du sicher recht, ich bemühe mich ja auch. Ich bin ein kleines Gänseblümchen mit Sonne im Herzen und supi positiv.
      Wie gesagt, ich hatte falsche Erwartungen, zum Bespiel die, es würde mir auch Spass machen. Ich kann ja sonst eigentlich ziemlich gut Spaß haben. Aber der Fabelkurs hat mir Spaß nix zu tun. Man kann es sich wirklich kaum vorstellen, mit welchem Bierernst wir da Käng-Uuh-Ruh machen.
      Ich arbeite noch dran. Noch sieben Kurseinheiten. Ich bring die schon noch zum Lachen.

  5. Kinder fressen – auch für Vegetarier ein Genuss « Koch- und Buntwäsche Says:

    […] sei Dank, wird  seit kurzem  mit ungarischen Kinderreimen gegengesteuert. Sie hatte da den richtigen Riecher, denn der […]

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