27 – Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist

Ich habe lange überlegt. Es gibt kein eindeutiges Ergebnis, außer dass ich Ideale problematisch finde und Pippi Langstrumpf nicht gelesen habe.

Ideale sollten ab Werk vollkommen sein. Leute wiederum sind nicht mal in Büchern vollkommen. Pippi Langstrumpf, unbekannterweise, ausgenommen. Literarische Figuren, die Ideale darstellen sollten oder könnten, sind eben keine Leute. Da ich trotzdem versuchen wollte diese Frage zu beantworten, habe ich angefangen aus Einzelteilen ein Ideal zu basteln, konnte dem Jungfrau-Mutter-Königin-Prinzip nicht mehr schnell genug ausweichen und landete bei diesen drei.

Die Gewinner sind:

In der Kategorie „Jungfrau“: Miss Marple.
Für die Geduld, die sie an den Tag legt, bis sie ernst genommen wird und für ihre Unfähigkeit unhöflich zu sein. Außerdem hat sie die Lizenz zum Stricken.

In der Kategorie „Mutter“: Kriemhild (Nibelungenlied).
Für ihre Leistungen auf dem Gebiet des weiblichen Jähzorns. Ihr gelang es wütend genug zu sein um dem Hysterieverdacht zu entkommen. Dass sie auch noch den Hunnen auf den Fuß getreten ist, macht die Sache fast zu schön.

In der Kategorie „Königin“: Das Mädchen (M. Duras: Der Liebhaber).
Für die abschließende Darlegung der Tatsache, dass Begehren, Liebe und das ganze drumrum sehr, sehr einfache Dinge sind. „Einfach“ im Gegensatz zu „kompliziert“, nur teilweise im Gegensatz zu „schwer“.

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2 Antworten to “27 – Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist”

  1. oachkatz Says:

    P.Langstrumpf schläft in Schuhen, vorzugsweise verkehrt herum, also mit den Füßen auf dem Kopfkissen. Außerdem zeigt sie wenig bis gar kein Verständnis für die Sensibilitäten Annikas, interessiert sich nicht mal groß dafür. Du siehst: von Ideal weit entfernt, zumindest, wenn es darum geht meinen Kindern die richtige Schlafposition beizubringen.

    • Mutzi H. Europa Says:

      Ach, wenn Du wüsstest, wie lange ich in meiner grenzenlosen Ignoranz gebraucht habe, bis ich verstanden habe, dass Frau Langstrumpf nicht in einem Schuh übernachtet, sondern mit den Schuhen an. Ich glaube, es gibt ein anderes Buch, wo jemand in einem Schuh wohnt, das hat mich verwirrt.

      Die Nichteignung zum Ideal ist mir sehr sympathisch. Und das Bild von Frau Langstrumpf, die verkehrtrum im Schuh liegt, wird mich nie mehr verlassen. Ich merke mir die Annika und werde auf sie achten, sollte das gestreifte Kind mal bei Pippi Langstrumpf ankommen.

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