26 – Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest

Pu der Bär, mit bürgerlichem Namen Eduard, heißt auf Ungarisch Micimackó. Die ungarische Übersetzung von Karinthy Frigyes ist dermaßen charmant, dass es in Ungarn kaum Leute gibt, die dieses Buch nicht geliebt haben. In Deutschland musste erst ein Harry Rowohlt kommen und das ganze wieder in einer Neuübersetzung hinbiegen. Die deutsche Übersetzung muss ich noch begutachten, bevor das Buch mit dem Kinde in Berührung kommt. Micimackó ist genehmigt.

Gegen schlechte Träume wird dem Kinde das Traumfresserchen von Michael Ende verabreicht. Das Traumfresserchen ist ganz toll, hellblau, hilfsbereit und  ernährt sich von schlechten Träumen. Das wunderbar illustrierte Buch enthält die einzige mir bekannte Abbildung einer Königin, die ihrem Mann noch schnell ein Hemd bügelt, bevor der loszieht um das Traumfresserchen zu suchen.

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15 Antworten to “26 – Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest”

  1. Mutzi H. Europa Says:

    Aus gegebenem Anlass (die ungarische Mutzi kriegt ein deutsch-ungarisch gestreiftes Kind) bin ich für Kinderbuchvorschläge enorm dankbar.

  2. Lakritze Says:

    Ich habe Michel aus Lönneberga geliebt; da ist die deutsche Übersetzung schön. Sehr gut zum Vorlesen. Den Struwwelpeter konnte ich sogar auswendig, frage mich allerdings heute, ob das wirklich nötig war. (Gibt’s den auf Ungarisch auch?) Renner bei zeitgenössischen Babys sind »Klopf an« und »Eins, zwei, drei, Tier«.

    Kinderbuch, dringende Empfehlung für später, wenn es selbst liest: Fritz Mühlenweg, »Großer Tiger und Christian« und »Null Uhr fünf in Urumtschi«. Für Mühlenweg könnte man sogar deutsch lernen wollen!

    Ich mochte den Kleinen Maulwurf auf Ungarisch. Das klingt so schön, wenn die Igelfamilie aufläuft: Tipitap, tipitap …

    • Mutzi H. Europa Says:

      Danke!

      Den Kleinen Maulwurf habe ich geliebt. Dann gab es noch den Rumcajsz, der entweder Räuber oder Förster war, das weiß ich nicht mehr. Und Süsü a sarkany. Süsü ist ein einköpfiger Drache aus einer Familie von siebenköpfigen Drachen. Ein bisschen wie Grissou, der Feuerwehrmann werden will und immer seinen Vater löscht.

      Der Struwwelpeter scheint mir ein sehr deutsches Ding zu sein, aus Ungarn kenne ich nichts Vergleichbares. Ich finde den Struwwelpeter hübsch, weil die logischen Ketten so sauber sind. Du schaukelst mit dem Stuhl, fällst um, willst dich festhalten, alles kommt mit, du wirst wahrscheinlich angeschrien, so einfach. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass man sich dabei übelst weh tun kann – das wissen Kinder nämlich bereits.

      • Lakritze Says:

        Ha, Süsü kenne ich auch! (Dank, Dank meiner ungarischen WG!) Nun, der Struwwelpeter — schon sehr logisch, ja. Aber so humorlos. Ich hatte ein schrecklich schlechtes Gewissen und Alpträume vom Fingerabschneiden … Nee, da fand ich Max & Moritz (und Plisch & Plum) besser, um mit den Realitäten des Lebens bekannt zu werden.
        Für Kinder gibt es keine schwierige Sprache. Die nehmen Eichendorff und Busch genauso hin wie Nordqvist und Carle.

  3. kormoranflug Says:

    freue mich für Dich und Deinen Partner

  4. Mutzi H. Europa Says:

    Dankeschön.

    Dem Mann habe ich versucht die Bücher seiner deutschen Kindheit zu entlocken. Seitdem suche ich ein Kinderbuch, das „Malermeister Zinnober“ heißen soll oder einen Malermeister Zinnober beinhaltet, bisher ohne Erfolg. Es handelt sich aber nicht um Klein Zaches genannt Zinnober, das habe ich mir versichern lassen.

    Alles nicht so einfach.

  5. oachkatz Says:

    Nein, nicht so einfach. Den Malermeister kenne ich leider nicht. Suchst Du nach Kinderbüchern, die Dir auch gefallen, oder nur dem Kind? Vergiss das mit der Einflussnahme, die Dreijährige lehnt bereits jetzt meine Vorschläge ab. Um „Conny“ bin ich dagegen noch bei keinem Kind herumgekommen.

  6. Mutzi H. Europa Says:

    Ich kenne das alles nicht. Also weder die Klassiker, noch Conny mit ihren vielen Abenteuern. Nach genau sowas suche ich, hübschen Büchern, die Kinder sehr gern mögen.
    Solange das gestreifte Kind keine Wünsche äußert, wird Einfluss genommen. Dem Kinde wird schlichtweg sehr guter Geschmack unterstellt, daher gehe ich zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dem Kinde würden nur sehr schöne Bücher gefallen.
    In Extremfällen wie Andersen wird das Vorlesen abgeleht. Wenn er Andersen will, muss er lesen lernen, so einfach.

  7. oachkatz Says:

    Je jünger desto schwieriger für die Vorlesenden, das heißt, meiner Meinung nach hält sich da der Unterhaltungswert in Grenzen, in argen Grenzen. Soll ich Dir mal meine persönliche Liste geben? Der Anfang ist schwer, aber dann wird es immer mehr Wunderbares, was da auf Vorlesende zukommen kann. Von Erich Kästner und Astrid Lindgren geht zum Beispiel immer und alles, Lotta und die Kinder aus Bullerbü schon so ab drei Jahren, gibt es auch als Bilderbuch. Gut zum Vorlesen sind die Ottfried Preusslers: Räuber Hotzenplotz und Die kleine Hexe, Krabat kommt später. so auch die Brüder Löwenherz von Lindgren. Schöne Bilderbücher: die Hexenreihe und Der kleine Drache von Lieve Baeten. Ich persönlich mag auch Petterson und Findus. Meine Kinder und ich mochten und mögen Eric Carle, Leo Lionni eher nur ich. Mein Favourit ist im Moment wegen der herrlichen Zeichnungen: Herr Eichhorn und der erste Schnee von Sebastian Meschenmoser. Mehr?

    • Mutzi H. Europa Says:

      Vielen, vielen Dank. Glaub mir, ich kenne das wirklich alles nicht. Ich hatte eine gänzlich Lindgren- und Kästnerfreie Kindheit. Hierzulande unvorstellbar, nehme ich an.

      Gerne mehr!

  8. Lakritze Says:

    Oachkatzens Liste würde ich komplett so unterschreiben. (Auch: Herr Eichhorn und der Mond! Toll!) Übrigens erstaunlich, wie alt die meisten Bücher der Liste sind. Kästner, Lindgren, Preußler, Ende — zu drei Vierteln schon tot!

    Hinzufügen könnte ich noch: Wolf Erlbruch (mögen eher die Erwachsenen, das aber sehr), Antje Damm (wunderbar im Fragenalter) und Nadja Budde (für den Hang zum Albernen).

    • oachkatz Says:

      Ich habe den Struwwelpeter ganz gern gemocht, vielelicht eine kindliche Faszination mit dem Grausamen. Bei der Auswahl habe ich mich natürlich an meinen Erfahrungen orientiert, und mein Buchhändler tut das mit seinem Angebot noch viel mehr. „Klopf an“ ist das schönste Kleinkindbilderbuch, das ich kenne. Und das mit der schwierigen Sprache ist mir auch aufgefallen bei der Märchenausgabe mit der altertümlichen Grimm-Sprache für die ältere Tochter. Vielleicht ist doch genau jetzt der Zeitpunkt, Ulysses zu lesen. Laut.

  9. joulupukki Says:

    Arnold Schönberg hat auch – mMn ganz reizende, wenngleich etwas wirre – Kinderbücher geschrieben: Die Prinzessin

    *Ganz großes Daumendrücken für den Streifling!!!*

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