24 – Ein Buch, von dem niemand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast

Mein Name ist Mutzi H. Europa,
ich habe Mord an Bord von Hera Lind gelesen.

In Mord an Bord nimmt sich die Kammersängerin Burkharda Meier eine Auszeit von ihrem biederen und langweiligen Leben samt ebensolchem Ehemann.
Da Burkharda Meier blöd ist wie fünf Meter Kiesweg, verwirklicht sie ihren Traum von der Freiheit indem sie sich als Sängerin auf einem Kreuzfahrtschiff anstellen lässt.

Wie Sie sehen, ist Mord an Bord nichts für schwache Nerven. Die Burkharda verliebt sich erwartungsgemäß in einen, der Unifom trägt, der jedoch behandelt sie wie Dreck. Das hat Folgen: Die Leidenschaft der Burkharda steigert sich ins Unermessliche. Gleichzeitig muss die Burkharda auch sehr viel weinen. Letztendlich kriegt die Burkharda was sie will, den Uniform runter vom Kerl, der sie weiterhin wie Dreck behandelt, aber das scheint die Burkharda zu mögen, auch wenn sie dann wieder weinen muss. Weil der Kerl ist ja tief innendrin überhaupt nicht brutal und kaltherzig, nein, der braucht nur von der richtigen Burkharda zu seinem Glück gezwungen werden. Neben dieser von der Treppe gefallenen Liebesgeschichte gibt es noch einen anderen Handlungsstrang, nämlich „Burkharda die Serienmörderin, Schrecken der Senioren“.  Burkharda tröstet sich noch zu Anfang mit einem Schweizer auf Deck 7, jemand schießt ein Foto und versucht sie zu erpressen. Anonym, daher ermordet Burkharda Meier der Reihe nach alle, die als Erpresser in Frage kommen. Sie kommt auf insgesamt 10 Morde, wird nicht erwischt, lässt sich von einem anderen Uniformträger aufgabeln und zum Glück auf Händen tragen. Der Neue holt die Sterne vom Himmel für die Burkharda, die inzwischen Erbin ist und dann ist Schluss.

Dieses Buch wurde mir als Füllung einer Bildungslücke zugesteckt, weil ich ja keine sog. Frauenromane lese und manchmal denken muss, dass ich da ein komplettes Genre unbekannterweise verachte. Ich verachte diese Bücher nun ein bisschen weniger, dafür mich selbst ein bisschen mehr, weil es zwischendurch tatsächlich mal Spaß gemacht hat, diesen abgründigen Schund zu lesen.

Diese Lust am Trash muss ab und an aus irgendwelchen dunklen und unkultivierten Seitenstraßen meiner Seele  kriechen dürfen, sonst erschlägt es noch wen. Was soll ich sagen, ich bin Arzt und kein Seeadler.

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4 Antworten to “24 – Ein Buch, von dem niemand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast”

  1. Lakritze Says:

    Hach!

  2. Afra Evenaar Says:

    Zum Küssen! Wie schön, dass du es gelesen hast.

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