7 – Ein Buch, das dich an jemanden erinnert

Die Handschrift von Saragossa von Jan Graf Potocki. Das Buch entpuppte sich als Geheimtipp. Den Kerl, der es mir in die Hand gedrückt hat, habe ich vom Fleck weg geheiratet, nicht nur wegen dem Potocki, aber viel hat da auch nicht mehr gefehlt.

Es ist eine Kette von ineinander verschlungenen, letztlich dann doch  (lose) zusammenhängenden Geschichten, die nur so wimmeln von Räubern, Geistern und orientalischen Schönheiten, die eine Intrige nach dem nächsten schmieden um ihre alte Macht wiederzuerlangen. Aber das ist auch nur ein Bruchteil des Ganzen, denn da gibt es ja auch noch einen kleinen Rabbi und nochmal andere, nette Räuber und die Geschichte des Diego Hervás, erzählt von seinem Sohn, dem verdammten Pilger. Es ist ein Rausch.

Die gute Laune, die einen beim Lesen dieses Buches befallen muss, hat auch die Person mitgerissen, die beim Verlag Piper die Aufgabe hatte, das Leben des Jan Graf Potocki in drei Sätzen zusammenzufassen. Vielleicht reicht auch meine gute Laune alleine aus, um es unglaublich komisch zu finden, dass es ausgerechnet diese drei Sätze werden mussten:

Jan Graf Potocki, geboren 1761, war polnischer Adliger, progressiver Weltbürger, Offizier und Historiker, Literat und Forschungsreisender. Seine einzige Spezialisierung war sein erstaunliches Generalistentum, das zu einem beeindruckend weiten geistigen Horizont führte. Potocki erschoß sich 1815 mit einer eigenhändig zurechtgefeilten Silberkugel.

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